Du willst deinen Betrieb digitalisieren — Rechnungsverarbeitung, Zeiterfassung, Dokumentenmanagement. Aber die Investition soll sich lohnen. Die gute Nachricht: Fast jedes Bundesland hat ein Förderprogramm für die Digitalisierung. Die schlechte Nachricht: Das bekannteste Bundesprogramm “go-digital” ist ausgelaufen.
Dieser Artikel gibt dir den Überblick — welches Programm in deinem Bundesland gilt, wie viel du bekommst und wo du den Antrag stellst.
Hinweis: Dieser Artikel ersetzt keine Förderberatung. Förderbedingungen ändern sich regelmäßig. Prüfe die aktuellen Konditionen immer direkt bei der zuständigen Stelle, bevor du investierst.
Bundesförderung: Was noch läuft
go-digital — ausgelaufen
Das Förderprogramm go-digital des Bundeswirtschaftsministeriums ist seit dem 31.12.2024 ausgelaufen. Neuanträge sind nicht mehr möglich. Bewilligte Projekte aus 2024 können noch abgerechnet werden.
BAFA-Förderberatung — läuft noch bis Ende 2026
Die BAFA fördert Beratungen zur Digitalisierung für KMU:
- Neue Bundesländer (ohne Berlin/Leipzig): Bis 80 %, max. 2.800 €
- Alte Bundesländer (inkl. Berlin/Leipzig): Bis 50 %, max. 1.750 €
- Max. 2 Beratungen pro Jahr, insgesamt 5 während der Laufzeit
- Laufzeit: Bis 31.12.2026
Übersicht: Alle Förderprogramme nach Bundesland
| Bundesland | Programm | Förderhöhe | Art |
|---|---|---|---|
| Baden-Württemberg | Digitalisierungsfinanzierung | Bis 5 Mio. € | Darlehen |
| Bayern | Digitalbonus | Bis 50.000 € | Zuschuss |
| Berlin | Digitalprämie | Bis 17.000 € | Zuschuss |
| Brandenburg | BIG Digital | 5.000–500.000 € | Zuschuss |
| Bremen | Digitalisierung und Arbeit 4.0 | Bis 5.000 € | Zuschuss |
| Hamburg | Hamburg Digital | Bis 17.000 € | Zuschuss |
| Hessen | DIGI-Zuschuss | Bis 10.000 € (50 %) | Zuschuss |
| Meckl.-Vorpommern | Digitalisierungsförderung Mittelstand | Bis 50.000 € | Zuschuss |
| Niedersachsen | Digitalbonus innovativ | Bis 50.000 € | Zuschuss |
| NRW | MID-Gutscheine | Bis 15.000 € | Zuschuss |
| Rheinland-Pfalz | Innovationskredit RLP | Bis 2 Mio. € | Kredit |
| Saarland | Digitalinvest KMU | 12.500–20.000 € | Zuschuss |
| Sachsen | Förderrichtlinie Digitalisierung | 10.000–100.000 € | Zuschuss |
| Sachsen-Anhalt | Digital Innovation | Ab 3.000 € | Zuschuss |
| Schleswig-Holstein | Niedrigschwellige Digitalisierung | Bis 200.000 € | Zuschuss |
| Thüringen | Digitalbonus | Bis 15.000 € (50 %) | Zuschuss |
Die stärksten Programme im Detail
Bayern: Digitalbonus
- Förderhöhe: Bis 50.000 € Zuschuss
- Was wird gefördert: Erstmaliger Einsatz digitaler Technologien, IT-Sicherheit
- Antragsstelle: Bayerisches Staatsministerium für Wirtschaft
Sachsen: Förderrichtlinie Digitalisierung
- Förderhöhe: 10.000 € (Heranführung) bis 60.000–100.000 € (Transformation)
- Förderquote: 35–60 % je nach Stufe
- Antragsstelle: foerderung-sachsen.de
Schleswig-Holstein: Niedrigschwellige Digitalisierung
- Förderhöhe: Bis 200.000 €
- Wer: Betriebe unter 50 Mitarbeitern
- Antragsstelle: WT.SH (Wirtschaftsförderung und Technologietransfer)
Saarland: Digitalinvest KMU
- Förderhöhe: 12.500 € (Basis), 20.000 € (Plus)
- Besonderheiten: KI-Integration gefördert, Laufzeit bis 31.12.2028
- Antragsstelle: Finanzministerium Saarland
Hessen: DIGI-Zuschuss
- Förderhöhe: 50 % der Investition, max. 10.000 €
- Mindestinvestition: 4.000 € netto
- Antragsprozess: Registrierung im WIBank-Portal, dann Zufallsauswahl (Losverfahren)
- Achtung: Nicht jeder Antragsteller wird zugelassen — die Vergabe läuft über ein Lotterie-System
Typische Fehler bei der Förderung
1. Vor der Bewilligung anfangen
Fast alle Programme verlangen: Erst Antrag stellen, dann investieren. Wer vorher eine Rechnung bekommt oder einen Vertrag unterschreibt, verliert den Förderanspruch. Das gilt auch für Bestellungen.
2. go-digital suchen, obwohl es ausgelaufen ist
Viele Steuerberater und IHK-Berater empfehlen noch go-digital. Das Programm ist seit Ende 2024 geschlossen. Prüfe stattdessen das Landesprogramm in deinem Bundesland.
3. Handwerkskammer nicht einbeziehen
Viele Handwerkskammern haben eigene Digitalisierungsberater, die kostenlos helfen — bei der Auswahl des Förderprogramms, beim Antrag und bei der Umsetzung. Dieses Angebot wird viel zu selten genutzt.
4. Förderung mit Abo-Software verplanen
Manche Programme fördern nur einmalige Investitionen, keine laufenden SaaS-Abos. Open-Source-Lösungen auf eigenem Server sind oft besser förderfähig als monatliche Cloud-Abos.
Häufige Fragen
Kann ich als Ein-Mann-Betrieb Förderung beantragen?
Ja. Die meisten Programme richten sich an KMU — und dazu gehören auch Solo-Selbstständige und Kleinstbetriebe. Prüfe die Mindestinvestition (z.B. 4.000 € beim DIGI-Zuschuss Hessen).
Was kann ich konkret fördern lassen?
Typisch förderfähig: Hardware (Server, Tablets), Software (einmalige Lizenzen, Open Source-Einrichtung), Beratung zur Digitalisierung, IT-Sicherheitsmaßnahmen. Nicht immer förderfähig: Laufende SaaS-Abos, interne Personalkosten.
Gibt es noch ein Bundesprogramm?
Die BAFA-Förderberatung läuft noch bis Ende 2026. Ansonsten sind die Landesprogramme die wichtigste Anlaufstelle. Prüfe auch die Handwerkskammer in deiner Region — viele bieten zusätzliche Beratungsgutscheine.
Kann ich mehrere Förderprogramme kombinieren?
Grundsätzlich ja, solange die Gesamtförderung den förderfähigen Betrag nicht übersteigt. Die Kumulierungsregeln stehen in den jeweiligen Richtlinien.
Nächster Schritt
Du willst wissen, ob dein Digitalisierungsprojekt förderfähig ist und welches Programm in deinem Bundesland passt? Lass uns in einem kurzen Gespräch darüber schauen — ich sage dir ehrlich, was geht und was nicht.
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