Förderung Digitalisierung Handwerk 2026 – nach Bundesland

Von Dipl.-Ing. René Koch Aktualisiert am 5 Min. Lesezeit
Handwerk Förderung Digitalisierung Digitalbonus BAFA go-digital DIGI-Zuschuss KMU 2026

Du willst deinen Betrieb digitalisieren — Rechnungsverarbeitung, Zeiterfassung, Dokumentenmanagement. Aber die Investition soll sich lohnen. Die gute Nachricht: Fast jedes Bundesland hat ein Förderprogramm für die Digitalisierung. Die schlechte Nachricht: Das bekannteste Bundesprogramm “go-digital” ist ausgelaufen.

Dieser Artikel gibt dir den Überblick — welches Programm in deinem Bundesland gilt, wie viel du bekommst und wo du den Antrag stellst.

Hinweis: Dieser Artikel ersetzt keine Förderberatung. Förderbedingungen ändern sich regelmäßig. Prüfe die aktuellen Konditionen immer direkt bei der zuständigen Stelle, bevor du investierst.

Bundesförderung: Was noch läuft

go-digital — ausgelaufen

Das Förderprogramm go-digital des Bundeswirtschaftsministeriums ist seit dem 31.12.2024 ausgelaufen. Neuanträge sind nicht mehr möglich. Bewilligte Projekte aus 2024 können noch abgerechnet werden.

BAFA-Förderberatung — läuft nur noch bis Ende 2026

Die BAFA fördert über die Richtlinie „Förderung unternehmerischen Know-hows” Beratungen zur Digitalisierung für KMU:

  • Neue Bundesländer (ohne Berlin/Leipzig): Bis 80 %, max. 2.800 € (Bemessungsgrundlage 3.500 €)
  • Alte Bundesländer (inkl. Berlin/Leipzig): Bis 50 %, max. 1.750 €
  • Max. 2 Beratungen pro Jahr, insgesamt 5 während der Laufzeit
  • Laufzeit: Bis 31.12.2026

Wichtig: Die Förderrichtlinie endet zum 31. Dezember 2026, und ein Nachfolgeprogramm ist Stand September 2026 nicht angekündigt. Wenn du eine geförderte Beratung nutzen willst, bleibt dafür nur noch dieses Jahr. Der Antrag muss vor Beratungsbeginn gestellt sein.


Übersicht: Alle Förderprogramme nach Bundesland

BundeslandProgrammFörderhöheArt
Baden-WürttembergDigitalisierungsfinanzierungBis 5 Mio. €Darlehen
BayernDigitalbonusStandard bis 7.500 €, Plus bis 30.000 € (je 50 %)Zuschuss
BerlinDigitalprämieBis 17.000 €Zuschuss
BrandenburgBIG Digital5.000–500.000 €Zuschuss
BremenDigitalisierung und Arbeit 4.0Bis 5.000 €Zuschuss
HamburgHamburg DigitalBis 17.000 €Zuschuss
HessenDIGI-ZuschussBis 10.000 € (50 %)Zuschuss
Meckl.-VorpommernDigitalisierungsförderung MittelstandBis 50.000 €Zuschuss
NiedersachsenDigitalbonus innovativBis 50.000 €Zuschuss
NRWMID-GutscheineBis 15.000 €Zuschuss
Rheinland-PfalzInnovationskredit RLPBis 2 Mio. €Kredit
SaarlandDigitalinvest KMU12.500–20.000 €Zuschuss
SachsenFörderrichtlinie Digitalisierung10.000–100.000 €Zuschuss
Sachsen-AnhaltDigital InnovationAb 3.000 €Zuschuss
Schleswig-HolsteinNiedrigschwellige DigitalisierungBis 200.000 €Zuschuss
ThüringenDigitalbonusBis 15.000 € (50 %)Zuschuss

Die stärksten Programme im Detail

Bayern: Digitalbonus

  • Förderhöhe: Digitalbonus Standard bis 7.500 €, Digitalbonus Plus bis 30.000 €, jeweils 50 % Zuschussquote
  • Was wird gefördert: Erstmaliger Einsatz digitaler Technologien, IT-Sicherheit — das Programm kann zweimal genutzt werden, einmal für Digitalisierung und einmal für IT-Sicherheit
  • Antragsstelle: Bayerisches Staatsministerium für Wirtschaft; der Antrag muss vom Unternehmen selbst gestellt werden, nicht durch einen Dienstleister

Sachsen: Förderrichtlinie Digitalisierung

  • Förderhöhe: 10.000 € (Heranführung) bis 60.000–100.000 € (Transformation)
  • Förderquote: 35–60 % je nach Stufe
  • Antragsstelle: foerderung-sachsen.de

Schleswig-Holstein: Niedrigschwellige Digitalisierung

  • Förderhöhe: Bis 200.000 €
  • Wer: Betriebe unter 50 Mitarbeitern
  • Antragsstelle: WT.SH (Wirtschaftsförderung und Technologietransfer)

Saarland: Digitalinvest KMU

  • Förderhöhe: 12.500 € (Basis), 20.000 € (Plus)
  • Besonderheiten: KI-Integration gefördert, Laufzeit bis 31.12.2028
  • Antragsstelle: Finanzministerium Saarland

Hessen: DIGI-Zuschuss

  • Förderhöhe: 50 % der Investition, max. 10.000 €
  • Mindestinvestition: 4.000 € netto
  • Antragsprozess: Registrierung im WIBank-Portal, dann Zufallsauswahl (Losverfahren)
  • Achtung: Nicht jeder Antragsteller wird zugelassen — die Vergabe läuft über ein Lotterie-System

Typische Fehler bei der Förderung

1. Vor der Bewilligung anfangen

Fast alle Programme verlangen: Erst Antrag stellen, dann investieren. Wer vorher eine Rechnung bekommt oder einen Vertrag unterschreibt, verliert den Förderanspruch. Das gilt auch für Bestellungen.

2. go-digital suchen, obwohl es ausgelaufen ist

Viele Steuerberater und IHK-Berater empfehlen noch go-digital. Das Programm ist seit Ende 2024 geschlossen. Prüfe stattdessen das Landesprogramm in deinem Bundesland.

3. Handwerkskammer nicht einbeziehen

Viele Handwerkskammern haben eigene Digitalisierungsberater, die kostenlos helfen — bei der Auswahl des Förderprogramms, beim Antrag und bei der Umsetzung. Dieses Angebot wird viel zu selten genutzt.

4. Förderung mit Abo-Software verplanen

Manche Programme fördern nur einmalige Investitionen, keine laufenden SaaS-Abos. Open-Source-Lösungen auf eigenem Server sind oft besser förderfähig als monatliche Cloud-Abos.


Häufige Fragen

Kann ich als Ein-Mann-Betrieb Förderung beantragen?

Ja. Die meisten Programme richten sich an KMU — und dazu gehören auch Solo-Selbstständige und Kleinstbetriebe. Prüfe die Mindestinvestition (z.B. 4.000 € beim DIGI-Zuschuss Hessen).

Was kann ich konkret fördern lassen?

Typisch förderfähig: Hardware (Server, Tablets), Software (einmalige Lizenzen, Open Source-Einrichtung), Beratung zur Digitalisierung, IT-Sicherheitsmaßnahmen. Nicht immer förderfähig: Laufende SaaS-Abos, interne Personalkosten.

Gibt es noch ein Bundesprogramm?

Die BAFA-Förderberatung läuft noch bis zum 31.12.2026, danach ist bislang kein Nachfolger angekündigt. Ansonsten sind die Landesprogramme die wichtigste Anlaufstelle. Prüfe auch die Handwerkskammer in deiner Region — viele bieten zusätzliche Beratungsgutscheine.

Kann ich mehrere Förderprogramme kombinieren?

Grundsätzlich ja, solange die Gesamtförderung den förderfähigen Betrag nicht übersteigt. Die Kumulierungsregeln stehen in den jeweiligen Richtlinien.


Nächster Schritt

Du willst wissen, ob dein Digitalisierungsprojekt förderfähig ist und welches Programm in deinem Bundesland passt? Der erste Schritt ist ohnehin die Anforderungsanalyse: Ohne klar beschriebenes Vorhaben gibt es keinen sauberen Antrag. Lass uns in einem kurzen Gespräch darüber schauen — ich sage dir ehrlich, was geht und was nicht, und auf Wunsch begleite ich dich danach bei der Umsetzung.

Alle Dokumentationspflichten auf einen Blick: Dokumentationspflichten im Handwerk 2026 — die vollständige Checkliste. Wie du die Büroarbeit konkret reduzierst: Büroarbeit im Handwerk automatisieren — 5 Prozesse, die sofort profitieren.

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